Vereinschronik

 

Das                                begann in Bissingen nach dem 30jährigen Krieg.

Der Schützenverein wurde in Bissingen am 10. Januar 1896 unter dem Namen "Zimmerstutzenschützengesellschaft Bissingen" im Gasthaus "Zur Post" 

 

Urkundlich erwähnt ist in den Analen des fürstlichen Hauses zu Öttingen-Wallerstein, ehem. Schlossherren von Bissingen, ein Schießhaus, welches im Jahr 1670 neben dem Hofgarten, etwa auf dem heutigen Anwesen der Familie Konrad stand. Als Markt hatte Bissingen eine Selbstverteidigung in Form einer Bürgerwehr. Die Bürger übten das Verteidigungsschießen im Schießhaus. 

 

In den Jahren 1933 bis 1945 waren die Aktivitäten der Schützenvereine in Deutschland verboten. 

 

Die                                  des Vereins erfolgte am 4. Januar 1959 unter dem Namen "Schützenverein Kasseltal Bissingen" im Gasthof  "Linder" in Buggenhofen. 

 

Ab dem Jahre 1960 war der Gasthof "Krone" in Bissingen Vereinslokal. 

Am 30. Juni 1963 fand im Hofgarten Bissingen die Fahnenweihe statt. 

Am 3. Juni 1967 wurde das Schützenheim im Gasthof "Zur Krone" eingeweiht. 

Vom 04. - 07. Juli 1986 wurde das 90 jährige Gründungsfest unter großer Teilnahme der heimischen Bevölkerung, sowie der Schützenvereine des Donau-Ries-Gaues gefeiert. 

 

Am 6. Juni 1988 war Spatenstich zum Bau der Schießanlage Bissingen. Nach 15 monatiger Bauzeit wurde diese am 11. März 1990 durch hochw. H. Pfarrer Hans Maier feierlich eingeweiht. Durch die Vereinsmitglieder wurden bei diesem Bau 15 000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Mit Ausnahme der tragenden Teile des Rohbaues wurde die gesamte Schießanlage in Eigenleistung erstellt, unterstützt durch die Bürger, die Gemeinde und des damaligen Bürgermeisters Anton Schmid. Die Baukostensumme belief sich auf 1,2 Millionen DM.

1994 wurde Jürgen Rehm deutscher Meister mit der Jugendmannschaft im Luftgewehr gemeinsam mit Thorsten Steidle und Susanne Ihle aus Wittislingen bzw. Kleinkötz.

Im Jahre 1996 wurde der Verein neu eingekleidet und eine Vorderladerkompanie, beruhend auf der Bürgerwehr von 1670, gegründet. 

Vom 13. - 16. Juni 1997 wurde das 100-jährige Gründungsfest gefeiert. 

Am 3. Oktober 2003 wurde anlässlich der 40 jährigen Kameradschaft mit der Speckbacher Schützenkompanie ein wiederum gelungenes Fest in Bissingen mit Kirchgang und Festakt abgehalten. 

Im Juni 2007 feierte unser Patenverein sein 125 jähriges Gründungsfest. An 4 Tagen waren die Kesseltaler ein würdiger Pate. Bei einem wunderbaren Fest, gab es viel zu feiern und wir konnten uns zahlenmäßig und natürlich auch vom Auftritt her sehen lassen. 

Am 19. Mai 2013 fierte der Schützenverein Kesseltal Bissingen das Fest der Fahnenweihe. Unser werter Schirmherr Herr Altbürgermeister Anton Schmid stiftete eine neue Vereinsfahne. 

Als Patenverein trat die Speckbacher Schützenkompanie Hall in Tirol auf.

 

 

Der Sebastianiorden

 

Der heilige Sebastian ist der Patron der Schützen. Im Schützengau Donau-Ries wird dieser Heilige besonders verehrt. Seit dem Jahre 1487 gibt es in Donauwörth eine Schützenbruderschaft zu Ehren des "heiligen Sebastian." Diese wurde seiner Zeit, als die Pest unsere Heimat stark heimsuchte, gegründet. Auch in der Pfarrgemeinde Bissingen gibt es eine Sebastianibruderschaft.

 

Seit der Wiedergründung nach dem zweiten Weltkrieg führt der Schützengau Donau-Ries die Sebastianifeier gemeinsam mit der königlich priv.Schützengilde Donauwörth durch. Jedes Jahr am Sebastianitag treffen sich die Schützen des ganzen Gaues zur  Sebastianifeier.

 

Dies ist eine der ältesten und traditionell bedeutendsten Schützenfeiern im gesamten deutschsprachigen Raum. Eine vergleichbare Veranstaltung dieser Art gibt es noch in Olten in der Schweiz. Die Gauvereine mit ihren Mitgliedern und Fahnen marschieren vom Rieder Tor zur Stadtpfarrkirche, nehmen am Festgottesdienst teil und marschieren anschließend in einem Festzug mit über 1000 Schützen und 5  Musikkapellen zur Schwabenhalle. Dort werden dann bei der weltlichen Feier die Sebastianiorden, die vom Gau 1929 gestiftet wurden, in "Groß Gold" und "Gold" verliehen. Diese Auszeichnung erhalten nur Schützen des Donau-Ries-Gaues, die sich aktiv am Schützenwesen beteiligen. Der Orden in Bronze wird an Mitglieder, die mindestens 20 Jahre alt und 3 Jahre im Schützenwesen aktiv sind, vergeben. Es werden 3 Prozent der Mitglieder hiermit geehrt. Nach weiteren 5 Jahren wird der Orden in Silber an 1,5 Prozent der Mitglieder vergeben und weitere 10 Jahre später an 0,75 Prozent der Orden in Gold. Der Orden in "Groß Gold" wird jedes Jahr an 5 bis 10 Schützen des gesamten Gaues vergeben.

 

"Mit Gott Glaube und Tugend zur Ertüchtigung der Jugend"

lautet die Aufschrift auf dem Sebastianiorden neben dem Bild des heiligen Sebastian. Auf der Rückseite ist neben dem Wappen der Stadt Donauwörth der Schützenspruch "Was in sich einig ist,  ist in sich stark"  zu lesen.

 

Schützentradition, das ist für uns die Verpflichtung das Überlieferte zu bewahren. In einer schnelllebigen Zeit auch zum Glauben, zur Gemeinschaft, zum Mitmenschen und zur Heimat zu stehen.

 

In unserem Verein gibt es folgende Ordensträger: 

Träger des "Groß Goldenen Sebastianiordens" 

 

Timoth Kapfer                                            

Hihler Anton                                               

Ganzenmüller Xaver                                  

Schmid Anton                                          

 

Träger des "Goldenen Sebastianiordens"

 

Timoth Kapfer                    

Franz Petter                       

Hans Dobmann                

Schmid Anton                                              

Josef Linder sen.              

Konrad Kapfer                  

Marie Kapfer                      

Xaver Ganzenmüller         

Josef Wagner                    

Hans Rehm                                     

Sebastian Konrad             

Anton Hihler                      

Ernst Sellner                       

Karl Lippert                                    

Karl Heider                          

Roland Ermark                 

Stefan Marlene                                            

Brodkorb Horst                

Seiler Alfred                                                             

Hurler Xaver                      

Lindenmeier Raimund                             

Liebich Wolfgang             

Linder Josef                       

Ermark Anita                     

Schmidbaur Erich             

Rauh Anton                       

Mayer Irmgard                    

Liebich Heidi                    

Mayer Reinhold                                           

Seiler Helga                      

Zörle Hans                                                   

Knaus Josef                      

Strasser Alois                                             

Seiler Anton                                   

Konrad Waltraud                                         

Heider Marianne                

Rangette Willi                                              

Eggenmüller Klaus           

Heider Karl                         

Das Schützenwesen in Bissingen

 

Nach dem 30jährigen Krieg (1618-1648) herrschte jahrzentelang im Lande Unsicherheit; Raub, Mord und Totschlag drohten, ehemalige entwurzelte Soldaten zogen marodierend durch das Land.

Die Bevölkerung griff notgedrungen zur Selbsthilfe. In den Orten bildeten sich Schutzorganisationen; mit aufgegriffenen Untätern wurde kurzer Porzess gemacht. Mit der Zeit entwichelten sich aus den provisorischen Schutzgruppen gut organisierte Bürgerwehren, die wohl die Vorläufer der Schützengilden und Schützenvereine waren.

 

"Statuten und Ordnungen der hochgräflichen Ötting`schen freien Reichsherrschaft" von 1670 für den Markt Bissingen. 

 

"Die Nachtwächter werden von der ganzen Gemeinde bestellt. Dieselben sollen künftig nicht mehr in ihren Häusern liegen die ganze Zeit und nur die erste Stunde anzeigen, sondern auf der Gasse auf und ab gehen und Sicherheit halten. Alle Nacht um neun Uhr und morgens um vier Uhr müssen sie mit dem Ratsglöcklein ein viertelstündliches Zeichen geben und im Winter schon um acht Uhr abend die Wache antreten. Beim  Amtsbürgermeister holen sie die Torschlüssel und schließen alle Tore. Morgens haben sie diese zu öffnen. Bei schwerer Strafe dürfen sie ohne Wissen des Bürgermeisters niemand in den Markt hinein oder hinaus lassen."

 

Den Pfarrer begleitet

 

Bei Provisuren (=Versehgang des Pfarrers zu Schwerkranken) über Feld müssen jedesmal zwei Männer mit Hellebarden neben dem Allerheiligsten gehen. Wer sich weigert, wird mit einem Gulden bestraft. Während des Gottesdienstes an Sonn- und Feiertagen haben jedesmal abwechslungsweise Bürger mit geladener Muskete oder Rohr und brennender Lunden die Wache zu halten, die Tore des Marktes Bissingen beim anderen Glocken- und Kirchenzeichen zu sperren und die ganze Zeit hindurch im Markt auf und ab zu gehen. Das Betreten eines Hauses ist bei einem Gulden Strafe verboten.

 

Jeder Untertan soll mit einer Muskete oder einem Zielrohr, Lunten, Pulver und Blei versehen  sein und Sommer wie Winter wenigstens ein Vierling Pulver und sechs Kugeln im Vorrat haben. So oft er ohne solches ergriffen wird, gibt es jedesmal einen Gulden Strafe. Wer keinen Sohn hat, muß selbst kommen und darf bei Vorladung nicht den Knecht schicken. Wenn bei Leutbott (=Aufgebot) im Markt Trommel geschlagen wird, so sollen die zu Reiten Verordneten ebenso wie alle anderen zum voraus Gemundierten (=Verpflichteten) mit ihrem Gewehr längstens in einer Viertelsunde vor dem Amtshaus erscheinen und den Befehl erwarten und solchen unweigerlich nachkommen oder fünf Gulden Strafe erleiden."

 

Im Jahre 1739 ist aus den Statuten zu entnehmen, daß die wehrfähigen Einwohner ständig einsatzbereit sein sollen. Diesem Zweck dienten Schießstätten. Die Bissinger Bürgerschaft besaß am Nordrand der Gemeinde ein von der gnädigen Herrschaft erkauftes Schießhaus. Das Schießhaus lag auf dem Gelände der Maschinenhalle des Anwesens Premauerstraße 29, dem Anwesen des heutigen Messners Anton Konrad.

Neben dem Schießhaus war das Wohnhaus des Jägers.

 

Mit der Zeit wandelten sich die Bürgerwehren von einer Sicherheitstruppe zu Traditions- und Repräsentationseinheiten, die bei Festen und Feiern ihre großen Auftritte hatten. Im Jahre 1771 wurde das 300jährige Bestehen der Wallfahrt Buggenhofen glanzvoll gefeiert. Am Haupttag, den 08. September 1771, beteiligte sich die Bissinger Bürgerwehr mit 36 Mann, samt allen Zünften mit ihren Fahnen und Abzeichen.

Die Vereinsgründung

Die Gründung der "Zimmerstutzen Schützengesellschaft Bissingen" erfolgte am 10. Januar 1896 im Gasthof "Zur Post" in Bissingen, als sich 12 Männer aus Freude am sportlichen Schießen zu dieser Gemeinschaft zusammenschlossen und Gründungsmitglied und Posthalter Josef Schiele seinen Gasthof als Vereinslokal zur Verfügung stellte.

Der Forstgehilfe Hugo Präg als 1. Vorstand und der Lehrer Anton Remmele als Schriftführer und Kassierer wurden von den Anwesenden mit der Vereinsführung beauftragt. Hugo Präg stammte aus Kösingen, sein Sohn war bis in die 80er Jahre Bürgermeister in dieser Gemeinde. Lehrer Remmele gründete auch in Bollstadt 1886 den dortigen Schützenverein mit, ehe er nach Bissingen als Lehrer kam.

 

Nach der Entrichtung des Beitrittsgeldes von 1 Mark  -  das war der Gegenwert von fünf Maß Bier! - bezog der erst drei Tage junge Verein bereits am 14. Januar 1 Scheibe mit Figur, 8 Ehrenscheiben, verschiedener Größen, sowie Kapseln und Kugeln, damit am 17. Januar der erste Schießabend stattfinden konnte.

 

Von einem schwunghaften Aufstieg des Vereins zeugt eine Notiz des Schriftführers, die belegt, dass bereits einen Monat nach der Vereinsgründung beim Büchsenmacher Triebel in Augsburg ein Zimmerstutzen und ein Ladeapparat für 48 Mark gekauft wurden. An den folgenden Schießabenden wurde jeweils eine, von einem Schützen gestiftete Scheibe ausgeschossen, wobei die einzelnen Ringergebnissse jedes Schützen gewissenhaft in einem Schussheft aufgezeichnet wurden. Der "Aufzeiger" erhielt dabei für seine Arbeit pro Abend 20 Pfennige. Dieses erste Schießjahr wurde am 1. Mai 1896 erfolgreich abgeschlossen.

 

Mit dem Beginn des zweiten Schießjahres, das vom 1. November 1886 bis 30. April 1887 dauerte, versuchten die Vereinsmitglieder ihren Kassenbestand aufzubessern. Dadurch war es dem Verein möglich, bereits im zweiten Jahr ein Kegelspiel für 6 Mark und einen weiteren Zimmerstutzen für 25 Mark zu erstehen.

 

Dieses aktive Programm für Vereinsmitglieder und Freunde führte dem Verein ständig neue Mitglieder zu, so dass beim Eröffnungsschießen am 16. Oktober 1900 bereits 16 Schützen und am Preis- und Schlußschießen am 28. April 1901 sogar 26 Schützen teilnahmen.

 

Erstmalig fand am 19. Mai 1901 in Buggenhofen ein  "Sternschießen" statt, an dem sich 23 Schützen beteiligten. Für dieses "Sternschießen" wurde von den Schützen eine Tonscheibe geformt, an einen Mast gehängt und versucht, diese mit einem Stutzen so zu treffen, daß sie herunterfiel.

Diese "Sternschießen" waren offenbar so beliebt, dass sie nachweislich auch in den folgenden Jahren mehrmals jährlich in Buggenhofen, im "Bräugarten" in Bissingen und im Garten der Gastwirtschaft "Engel" abgehalten wurden.

Die im Jahre 1902 zusätzlich durchgeführte Christbaumversteigerung und der damit verbundene Losverkauf erbrachten den beachtlichen Betrag von 147,35 Mark für die Vereinskasse. Die rege Vereinstätigkeit erforderte im Jahre 1903 die Trennung von "Schußheft" und "Kassabuch", so dass seit dem 4. März 1903 eigene Kassenaufzeichnungen vorhanden sind.

 

Nach dem Weggang von 1. Schützenmeister Hugo Präg, am 11. Juli 1903, übernahm der Lehrer Georg Engel die Vereinsführung. Er erstand im Jahre 1904 einen Gewehrschrank und ließ im Frühjahr 1905 bei der Druckerei Roch in Höchstädt für 6 Mark 50 die Vereinsstatuten drucken.

Im selben Jahr fand in Buggenhofen ein "Strohschießen" statt, an dem sich 24 Vereinsmitglieder beteiligten, die alle einen Preis im Wert von 1 Mark stifteten. In den folgenden Jahren zeugen Schieß- und Kassenbuch von zahlreichen Eröffnungs-, Preis- und Schlußschießen, die mit den bereits erwähnten "Stern- und Strohschießen in Buggenhofen, beim "Engelwirt", im "Bräugarten" und in der "Post" in Bissingen abgehalten wurden. Auch an der Weihnachtsfeier, der Christbaumversteigerung, dem Losverkauf und am "Maskenball" mit "Grammophon" oder "Musik" wurde weiterhin festgehalten. Da die Musik im Jahre 1910 bereits 45 Mark kostete, wurde um die Vereinskasse zu schonen, in den folgenden Jahren ein "Musikautomat" verwendet, der nur 1 Mark kostete.

Die schwer angeschlagene Vereinskasse (1909: 1 Mark 25,- der "alte Stutzen" wurde bereits 1906 für 25 Mark 20 verkauft) konte sich durch weitere Aktivitäten der Vereinsmitglieder wie Theaterspielen und gestiftete Ehrenscheiben von Alois Kapfer und Kaplan Hörmann soweit erholen, dass 1912 unter der neuen Vorstandschaft, mit 1. Schützenmeister Eugen Sandmaier und Kassierer Simon Knaus, das Vereinsjahr am 22. Dezember 1912 mit 102 Mark 16 Haben abgeschlossen werden konnte.

 

Mit der  vorerst letzten Zusammenkunft der Schützen am 12. Februar 1914 endeten die Vereinstätigkeiten und die Aufzeichnungen des Schriftührers wegen des bevorstehenden 1. Weltkrieges.

 

Im Jahre 1919 wurden unter Vorstand Max Herdegen und Kassierer Anton Oberfrank die Vereinsgeschäfte wieder aufgenommen. Der Verein stattete seine nunmehr 35 Mitglieder mit Vereinsabzeichen aus, die die Schützensymbole im "grünen Kränzchen" darstellten. Auch Weihnachtsfeiern und Faschingsveranstaltungen fanden neben den regelmäßigen Schießabenden wieder statt.

 

Die am 31. Dezember 1921 von Schreinermeister Stegmüller quittierte Rechnung über 265 Mark für eine Schutzwandlieferung, der am 19. Februar 1922 abgehaltene Faschingsball und eine Spend von 10 Mark an die Armenkasse der Gemeinde sind die letzten Eintragungen in den noch vorhandenen Vereinsbüchern vor dem 2. Weltkrieg.

Dieses Jahr endete mit einem Schuldenstand von 1291,75 Mark.

So ist aus den Nachforschungen des bereits verstorbenen Ehrengauschützenmeister Richard Oberfrank, aus Schretzheim zu entnehmen, dass im Jahre 1923  die Bissinger Schützen mit einem Fuhrwerk zu einem Freundschaftsschießen nach Schretzheim unterwegs waren.

Die heute noch vorliegende namentliche Mitgliederliste aus dem Jahre 1933 zeugt von 67 Mitgliedern, einem für damalige Verhältnisse wohl starken Schützenverein.

 

Die fortschreitende Inflation, die bedrückende wirtschaftliche Lage der Bevölkerung und die Kreigsgeschehnisse lassen das Vereinsleben ab 1933 bis zur "Wiedergründung" am 4. Januar 1959 in der Gastwirtschaft "Linder" in Buggenhofen, ruhen.

Im Rahmen der Nachforschungen für diese Chronik hat sich der Verfasser erlaubt im gesamten Kesseltal Nachforschungen zu betreiben um dies der Nachwelt aktenkundig zu machen. Hier fanden sich einige interessante und fast in Vergessenheit geratene Unterlagen.Jedoch wurde nicht nur an den besagten Orten in Bissingen und Buggenhofen sondern in mehreren Orten  im Kesseltal geschossen.

 

So wurde in der Zeit zwischen dem 1. und 2. Weltkrieg in den Dorfwirtschaften des Kesseltales  in der Regel in den Wintermonaten dieses Hobby betrieben. Teilweise gab es dort auch Vereine.

 

So wurde in Hochstein in der Gastsätte "Ries" und in Gaishardt in der Gaststätte "Stegmüller" geschossen. Hier gab es sogar einen Verein, der in der Donauzeitung erwähnt ist. Schützenmeister war der ehemalige Bürgermeister Josef Bösele. Es waren Unter-und Obergaishardt sowie Kallertshofen integriert.  Ein Zimmerstutzen sowie diverse Unterlagen zeugen noch davon.

 

In Diemantstein wurde in der "Sonne", in Warnhofen beim Gastwirt "Grüner Baum" geschossen, ebenso in Oberliezheim ,

In Leiheim beim "Wirt" (Wo es bis 1972 sogar einen Schützenverein "Waldwinkel Leiheim" gab, in Oberringingen, wo sich auch heute noch im Gasthaus "Theis" die Schießstätte des Schützenvereins "Eichenlaub Oberringingen" befindet.

 

In Unterbissingen existierte die "Schützengesellschaft Bavaria Unterbissingen". Im Protokollbuch von 1928-1933 finden sich hier interessante Eintragungen, mit Preisschießen und einer Teilnehmerzahl  von teilweise  über 30 Schützen. Der Verein ging aus der "Feuer- und Zimmerstutzengesellschaft" hervor, die somit bereits um oder vor der Jahrhundertwende existiert haben muss. Geschossen wurde im Gasthaus  "Ebermeyer" ehemals Oberfrank und im südlichen Wald von Unterbissingen.  Dieser Verein ging nach dem Krieg in den Feuerwehrverein über.

 

In den alten Gaststätten gab es meist im obengelegenen Saal einen Platz für die Schützen. Dies waren Zeugnisse einer dörflichen Gemeinschaft, die wir heutige Schützen sowohl historisch wie auch existensberechtigend für unsere Vereine sehen dürfen. Dort war es oft nur die Freude beim Wirtshausgang noch eine Brotzeit, oder eine Scheibe herauszuschießen.

Jüngere Vereinsgeschichte

 

In den 50er Jahren fanden erneut Sportschützen zueinander, die gemeinsam in einem Verein den Schießsport ausüben wollten. Deshalb wurde am 4. Januar 1959 im Gasthaus "Linder" in Buggenhofen der Schützenverein von 18 am Schießen interessierten Männern "wiedergegründet".

 

Die Gründungsmitglieder gaben dem Verein den Namen "Schützenverein Kesseltal Bissingen". Der Beitritt kostete - wie bei der Gründung am 10. Januar 1896 - eine "Deutsche Mark".

 

Die Wahl zur Vorstandschaft erbrachte folgendes Ergebnis:

 

                        1. Schützenmeister                               Timoth Kapfer

                        2. Schützenmeister                               Franz Langer

                        Schriftführer und Kassierer                 Franz Petter

 

 

Kurz darauf wurde an einem Schießstand, der immer wieder auf- und abgebaut werden musste, der Schießbetrieb wieder aufgenommen. An den Schießabenden wurde jeweils eine Ehrenscheibe ausgeschossen, wobei der Sieger eine neue Scheibe stiften musste.

 

Bereits im Jahre 1960 wählten die Schützen den Gasthof "Krone" in Bissingen zu ihrem Vereinslokal und entwickelten dort unter einer rührigen Vorstandschaft ein aktives Vereinsleben, das - wie in frührer Zeit - alt und jung, Schützen und Angehörige gleichermaßen durch Oster- und Königsschießen, Faschingsbälle, Erntedanktänze und Weihnachtsfeiern begeisterte, was auch in den wachsenden Mitgliederzahlen zum Ausdruck kam.

 

Im Jahre 1963 geht der lange gehegte Wunsch der Mitglieder nach einer eigenen Vereinsfahne in Erfüllung.

Der Leitsatz:                

 

"MIT GOTT GLAUBE UND TUGEND

ZUR ERTÜCHTIGUNG DER JUGEND"

beschreibt die Ziele: die Darstellung der fünf Kirchen der Pfarrei den Wirkungskreis des Vereins.

 

Die Fahnenweihe fand am 30. Juni 1963 im Hofgarten statt, wo hochw. H. Pfarrer Wunibald Hitzler vor zahlreichen Gästen und der gesamten Pfarrgemeinde den Festgottesdienst zelebrierte und dabei den tieferen Sinn der Fahneninschrift erläuterte.

Nach dem "Te DEUM" übergab die Fahnenbraut Anni Hiltner die geweihte Fahne dem  Fähnrich Andreas Schmidt.

 

Im Anschluss an die Totenehrung und den Ehrensalut der Speckbacher Schützenkompanie überreichte Thekla Gerstmayr an die Grenzschützen Erlingshofen das Patenband.

 

Das 1600 Personen fassende Festzelt war bis auf den letzten Platz gefüllt, als der 1. Schützenmeister Timoth Kapfer alle Gäste herzlich willkommen hieß. Ein besonderes Erlebnis war der farbenprächtige Festzug durch die Straßen der Marktgemeinde, an dem über 50 Schützen- und örtliche Vereine teilnahmen.

Eine Besonderheit bei diesen Feierlichkeiten unter der Schirmherrschaft von Herrn Dipl. Ing. Ernst Sellner war die Teilnahme von 54 Männern und Frauen der Speckbacher Schützenkompanie aus Hall in Tirol, die mit ihren schucken Trachten ins Kesseltal gekommen waren und die Festtage mitgestalteten. Diese freundschafltiche Verbindung mit den Tirolern wurde in den folgenden Jahren noch vertieft.

 

Motiviert durch die Fahnenweihe gestalteten die Schützen ihr Vereinsleben noch aktiver, in dem sie 1965 bis 1968 Prinzenpaar, Elferrat und Prinzengarde zusammen mit dem Sportverein stellten. Im Jahre 1964 wurde ein Fanfahrenzug gegründen der bereits 1965 bei der Fahnenweihe der Speckbacher Schützenkompanie in Hall/Tirol mitwirkte. Dieser wurde 1968 nach dem Weggang des Dirigenten Maslabei wieder aufgelöst.

Schon ein Jahr nach ihrer Weihe senkte sich die neue Vereinsfahne über dem Grab des ehemaligen Schützenmeisters Max Herdegen.

Ein weiterer wichtiger Abschnitt im Vereinsgeschehen war die Weihe eines neuen Schützenheimes, am 3. Juni 1967 im Gasthof "Krone" wo nun an sechs Zugständen auf eine Entfernung von 10 Metern geschossen werden konnte. "Kronenwirt" Michael Hiltner hatte im Rahmen des Erweiterungsbaues eine geeignete Räumlichkeit zur Verfügung gestellt und die Vereinsmitglieder schufen in vielen freiwilligen Arbeitsstunden ihr Heim und setzten damit ein weiteres Zeichen für eine positive Vereinsentwicklung.

Im Jahre 1967 wurde in Bissingen das Gauschießen durchgeführt und 1968 fand die Gaugeneralversammlung stadt.

 

Im Jahre 1971/72 wurde der Schießstand umgebaut und modernisiert.

Es wurden auch immer wieder Vereinsausflüge abgehalten welche die Schützen u.a. in die Rhön, ins Elsas, in die Schweiz ins Appenzellerland, nach Hall in Tirol, ins Dachsteingebiet, in die Rheinpfalz, in den Bayerischen Wald und den Schwarzwald führten.

 

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